Tools

Siemens Schweiz AGSiemens Schweiz AG

Site ExplorerSite Explorer
Close site explorer

Per Bus elektrisch durch St. Moritz

Dienstag, 31. Januar 2017

Während der bevorstehenden alpinen Ski-Weltmeisterschaften sorgt in St. Moritz ein Elektro-Hybrid-Bus für einen effizienten und umweltfreundlichen Besuchertransport. Erstmals in der Schweiz kommt dabei eine mobile Schnellladestation zum Einsatz. Die Energiestadt St. Moritz und die beteiligten Partner wollen mit diesem zwei Monate dauernden Testbetrieb schauen, ob sich Elektrobusse auf 1800 Meter über Meer sowie bei Schnee, Kälte und in steilem Gelände technisch und wirtschaftlich sinnvoll betreiben lassen.


In den Wintermonaten und insbesondere während der Ski-WM muss St. Moritz einen grossen zusätzlichen Besucherstrom bewältigen. Auf Initiative des Versorgungsunternehmens St. Moritz Energie und der Busbetreibergesellschaft Chrisma S.A. wird die bestehende Ortsbusflotte mit einem speziellen Fahrzeug ergänzt. Der Volvo 7900 EH Elektro Hybrid wird durch eine Batterie betrieben, die an einer mobilen Schnellladestation am Bahnhof nach jeder Tour wieder aufgeladen wird. Nötigenfalls kann der Bus auch wie ein normaler Hybridbus auf einen dieselelektrischen Antrieb zurückgreifen.

Nachladen auf der Strecke
Siemens und Volvo verfolgen das Prinzip des «Opportunity Charging», des Nachladens auf der Strecke. Im Gegensatz zum «Overnight Charging», bei dem ausschliesslich im Depot geladen und die Energie für den ganzen Tag mitgeführt wird, ist beim «Opportunity Charging» nur eine relativ kleine, leichte und preisgünstige Batterie an Bord. Die Batterie wird an der Endhaltestelle über einen Pantographen von aussen aufgeladen, was Gewicht und Betriebskosten reduziert und die Passagierkapazität nicht einschränkt.

Erste mobile Schnellladestation
Eine zentrale Komponente beim Projekt in St. Moritz ist die Ladeinfrastruktur. Technologiepartner Siemens hat zu diesem Zweck erstmals in der Schweiz eine mobile Schnellladestation aufgebaut, die den Testbetrieb unter realen Bedingungen erst ermöglicht. Um den Ladevorgang zu starten, braucht der Fahrer den Bus lediglich unter der Station zu parken. Nach Betätigen der Feststellbremse senkt sich der Pantograph herab und die Ladung startet automatisch. Dank einer Ladeleistung von 150 Kilowatt ist der Vorgang bereits nach maximal sechs Minuten abgeschlossen. Für ein schnelles An- und Abkuppeln an die Station und den störungsfreien Betrieb sorgt die digitale Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und der Ladestation. Der automatische Ladebetrieb erfolgt mit einem integrierten System zur Positionsüberwachung von Stromabnehmer und Bus als Teil des Sicherheitsmanagementsystems der Ladestation.

«Wir sind überzeugt, dass Elektrobusse in naher Zukunft ein wichtiger Teil des öffentlichen Verkehrs in vielen Städten und Gemeinden sein werden», sagt Gian Emil Leder, CFO des Ortsbusnetzbetreibers Chrisma. «Der zweimonatige Testbetrieb in St. Moritz wird uns aufschlussreiche Informationen liefern, ob und in welchem Umfang batteriebetriebene Ortsbusse hier wirtschaftlich eingesetzt werden können.»


Benno Estermann 

 benno.estermann@siemens.com