Für jeden Flughafen ist Sicherheit überlebenswichtig. Die berüchtigten Terroraktivitäten der letzten Jahre hinterlassen ihre Spuren. Unter den wesentlich höheren Sicherheitsmassnahmen leiden die Flugpassagiere. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Kombinierte Massnahmen machen heute Flughäfen wesentlich sicherer. Dazu gehören Perimeter-Zäune und -Absperrungen, elektronische Sicherheit, Zugangskontrolle und Intrusions-Erkennung. Bei diesen Massnahmen wächst die Videoüberwachung (CCTV) am schnellsten. Das gilt nicht nur für Flughäfen, sondern auch für Stadtzentren. In Medienberichten über die dramatische Zunahme der Kameraüberwachung nehmen sie eine zunehmend wichtigere Rolle ein.
Menschliche Grenzen
Wesentlicher Grund für den wachsenden Einsatz von Videoüberwachung ist die Unfähigkeit des menschlichen Auges, alle Informationen gleichzeitig zu verarbeiten. Beobachtet ein Mensch gleichzeitig zwei Bildschirme mit automatischem Bildwechsel, verpasst er in 12 Minuten bis zu 45% der Szenen-Aktivitäten. Das zeigt eine in den Vereinigten Staaten durchgeführtes Forschungsprojekt. Nach 22 Minuten sind es schon bis 95%. Deshalb erforschte und entwickelte Siemens intensiv Video-Analysetechniken. Diese mildern den Informations-Überfluss für all diejenigen, die für die Beobachtung und Beurteilung von Bildern von Videoüberwachungs-Systemen verantwortlich sind.
Erfahrung von Siemens für die Videoüberwachung
Siemens Building Technologies (SBT) ist führend bei der Videoüberwachungs-Technologie. Sie verfügt weltweit über fünf Forschungs- und Entwicklungszentren, in denen sie seit rund 25 Jahren digitale Produkte entwickelt. Wesentlich für das Wachstum von SBT ist die konsequente Optimierung integrierter Lösungen. Siemens-Produkte und -Systeme für Zugangskontrolle, Intrusions-Erkennung und Brandschutz verbindet Siemens mit anderen ihrer integrierten Systeme, zum Beispiel Passagier-Infrastruktur, Gepäck- und Fracht-Abfertigung und Luftverkehrs-seitiger Beleuchtung.
Eine Schlüsselrolle im Videoüberwachungs-Angebot von SBT spielt SISTORE CX. Dieser intelligente Video Codierer-Decodierer löst die analoge durch IP-Video-Technologie ab. Dabei digitalisiert das System Videosignale in Echtzeit (40 ms/Bild), komprimiert sie ins MPEG4-Format und versendet sie über Ethernet-Netzwerke in höchster Bildqualität und auf dem schnellsten Weg. SISTORE CX integriert drei Geräte: digitaler Videorecorder, Videomatrix-Schalter und Video-Bewegungserkennung. Als Digitaltechnologie hat SISTORE CX eine leistungsstarke Signalaufbereitung mit unglaublich intelligenten Software-Algorithmen. Diese Algorithmen sind Spitzentechnologie von Siemens. Intelligente Videoanalyse beobachtet ständig die Kamerasignale, um Menschen bei ihrer Beobachtung zu entlasten.
Verbesserte Detektions-Lösung
Videoüberwachung ist zu wichtig, als dass man sie auf Terminalgebäude und öffentliche Zonen begrenzen sollte. Menschen können durch Zäune brechen oder darüber klettern, auf Pisten, zu Bodenausrüstung und Servicegebäuden gelangen. Bei Lufthafen-Anwendungen ist die Perimeter-Überwachung deshalb lebenswichtig für den wirksamen Schutz.
Die Hauptaufgabe der Videoüberwachung ist die Identifizierung von Menschen und Objekten. In Terminals kann man mit Beschränkungen gewährleisten, dass sich Passagiere innerhalb sicherer Zonen aufhalten. Werden definierte Grenzen überschritten und begibt sich jemand in verbotene Zonen, wird ein Alarm ausgelöst. Diese Aufgabe übernimmt SISTORE CX EDS (Enhanced Detection Solution). Sie ergänzt die Video-Streaming und Aufnahme-Funktionen von SISTORE CX mit Video-Bewegungserkennung. EDS ist ein Software-Zusatz und für die Objekt- und Personen-Verfolgung zuständig. EDS basiert auf einem raffinierten Algorithmus. Eine aus Statistiken erstellte Analysefunktion überwacht ein Objekt und baut daraus Intelligenz auf. Sie analysiert laufend das Videosignal um herauszufinden, ob das verfolgte Objekt die genauen Kriterien für einen Alarm erfüllt.
Mit seiner gewaltigen Leistung führt SISTORE CX EDS über 30 Milliarden Rechenschritt je Sekunde durch und überprüft nach mehreren Kriterien, ob es für das verfolgte Objekt alarmieren soll. Im Blickfeld der Kamera verlegt man einfache oder doppelte Stolperdrähte, entweder entlang eines Perimeters oder einer Zone, die nicht betreten werden sollte, zum Beispiel das oben erwähnte Innere eines Terminals oder entlang von Perimeter-Zäunen. Optional hinzugefügte Pfeile können die Bewegungsrichtung angeben. Dynamische Stolperdrähte eignen sich dort, wo keine normalen Stolperdrähte verlegt werden können, zum Beispiel dann, wenn die Kamera die Gebäudefassade des Terminals überschaut. Der Algorithmus zusammen mit Objektsgeschwindigkeits-, Objektsgrössen- und Perspektiven-Kontrolle gewährleistet nicht nur höchste Erkennungsraten, sondern vermindert auch das Risiko von Falschalarmen, die von Umwelteinflüssen wie Regen, Schnee, Wind, Schatten, Tiere oder Bäume ausgelöst werden könnten.
Objekterkennung & -Entfernung
In den letzten Jahren kam es auch zu Terroristen-Angriffen im Freien durch verlassene Autos und Lastwagen oder im Innern durch liegen gelassene Schachteln, Taschen und Gepäck.
Die Erkennung verlassener Objekte ist eine weitere Funktion von SISTORE CX, die für die Sicherheitsüberwachung von Flughäfen immens wichtig ist. Auch dieser Algorithmus ist ein Software-Modul, das unbeaufsichtigte Objekte entdeckt. Diese Anwendung ist lebenswichtig für Flughäfen, denn sie identifiziert potenziell explosive Objekte. Zudem kann sie dazu dienen, einen Bereich frei von Hindernissen zu halten. Im Falle eines Flughafenterminals wären das zum Beispiel wichtige Notausgänge.
Weiterentwicklung durch Algorithmen
Videoüberwachung bleibt eine Hauptmassnahme, um Flughäfen vor Sicherheitsbedrohungen zu schützen. Dazu tragen besonders auch die Entwicklungen bei, die dem Beobachter helfen, besser auf diese Bedrohungen zu reagieren. Siemens ist in der Spitzenposition bei der Entwicklung von Algorithmen, die in diesem Prozess eine immer wichtigere Rolle spielen. Mit Perfektion, Zuverlässigkeit und Immunität gegenüber Falschalarmen entwickelt sich die Videoüberwachung als integrierender Faktor des Sicherheitsdispositivs weiter.