Erfolgreiche Radar-Detektion am Viamala-Tunnel

Dienstag, 21. Juni 2016

Um eine zuverlässige Ereignisdetektion im Portal- und Innenbereich eines Tunnels zu erreichen, gilt es, für die Detektionssysteme anspruchsvolle Herausforderungen zu bewältigen. Siemens Building Technologies hat erstmalig in der Schweiz vor dem Viamala-Tunnel einen erfolgreichen Radar-Pilotversuch durchgeführt.


Durch unterschiedliche und regionale Wetterbedingungen entstehen schwierige Situationen für eine verlässliche Ereignisdetektion. So sind Schneeverwehungen, nasse Strassen oder die Reflektion von Licht für die Videobildanalyse schwierig auszuwerten. Mithilfe von Radartechnologie in Kombination mit Video kann bei solchen Umgebungsbedingungen die Verlässlichkeit markant gesteigert werden.

Detektion bei jeder Witterung
Das Tiefbauamt des Kantons Graubünden ist für besonders viele witterungsexponierte Strassenabschnitte zuständig. Bei der Radartechnologie beeinträchtigen Umwelteinflüsse deren Detektionsverlässlichkeit respektive deren Verfügbarkeit überhaupt nicht. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) und dem Tiefbauamt des Kantons Graubünden entschied man sich deswegen für den Pilotversuch mit einer radar- und videobasierten Ereignisdetektion von Siemens.

Pilotversuch mit Radar
Vor einem Jahr wurde der Radar während den Wintermonaten am Nordportal des Viamala-Tunnels getestet. Ereignisse auf der Fahrbahn verlässlich und bei jeder Witterung zu erkennen, war das Ziel des Versuches. Stehen auf der Strasse beispielsweise Fahrzeuge, weil ein Unfall passiert oder eine Ladung verloren gegangen ist, oder befinden sich gar Menschen oder Tiere auf der Fahrbahn, muss die Verkehrsleitzentrale schnell intervenieren können. Die Lösung von Siemens basiert auf der Kombination zweier Technologien. Zum einen kommt das neue Siemens-Videosystem „Tunnel Automatic Incident Detection (AID)“ zum Einsatz. Andererseits sorgt die bewährte Radartechnologie für eine zuverlässige Detektion.

Der Radar detektiert verlässlich das Ereignis innert Sekunden – egal ob bei Regen, Schnee oder Nebel. Zur Verifizierung kann nun das Personal in der Verkehrsleitzentrale die Echtheit des Ereignisses dank den installierten Videokameras überprüfen. Diese liefern Live-Bilder vor Ort und erlauben dadurch eine schnelle Entscheidung und Einleitung richtiger Massnahmen.

Tests in weiteren Tunnels
Zurzeit wird das System in einem weiteren Tunnel in der Schweiz geprüft. Bei diesem Test wird mittels zwei in der Mitte des Tunnels installierten Radars eine schnellere und sensitivere Detektion angestrebt. Die verlässliche Detektion bietet die Möglichkeit, die Frischluftversorgung automatisch an die Anzahl der Fahrzeuge anzupassen und so einerseits die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig den Energieverbrauch zu senken. Auch für die Pannenstreifen-Umnutzung findet die Radardetektion Verwendung. Eine permanente Überwachung auf mögliche Hindernisse ermöglicht es, den Pannenstreifen zu Stosszeiten für den Verkehr freizugeben.