Sicherheit und Effizienz im Rechenzentrum

Montag, 24. Februar 2014

Einer der grünsten Supercomputer der Welt, der Piz Daint, verdankt seine Effizienz intelligenter Steuerungstechnik von Siemens. Der Neubau des Schweizer Nationalen Hochleistungsrechenzentrums (CSCS) in Lugano ist eines der energieeffizientesten Gebäude für Supercomputer weltweit.

Copyright: CSCS

Erreicht wurde dies unter anderem durch die Nutzung des kalten Wassers aus dem Luganer See, wodurch auf eine stromintensive Kühlanlage verzichtet werden konnte. Der Piz Daint belegt den vierten Platz auf der Green500, der Liste der 500 energieeffizientesten Supercomputer.

Von Siemens stammen nicht nur die Brandschutz- und Sicherheitssysteme des Gebäudes, sondern auch die gesamte Automation zur Regelung von Klima und Beleuchtung. Nachdem der Neubau im August 2012 eingeweiht wurde, passierte der Rechner, der nach dem Berg Piz Daint im Kanton Graubünden benannt ist, im Herbst 2013 die Petaflop-Marke, das sind in der Sekunde 1.000.000.000.000.000 Rechenoperationen. Inzwischen erreicht der Rechner mehr als vier Petaflops. Im April 2014 soll er in den Regelbetrieb des CSCS übergehen.

Der Gebäudebetrieb für Hochleistungsrechenzentren ist extrem anspruchsvoll. Zum einen greift eine Vielzahl an Institutionen auf die Rechner und Datenspeicher zu, so dass unter allen Umständen ein zuverlässiger Betrieb gewährleistet sein muss. Neben der Stromversorgung betrifft dies auch die Kühlung der Rechner. Dazu kommt, dass im Ernstfall nicht nur Menschen und Geräte bedroht sind, sondern auch die teilweise unwiederbringlichen Datenmengen und Rechenprogramme geschützt werden müssen. Die Anforderungen an Brandschutz, Gebäudesicherheit und Zuverlässigkeit sind dementsprechend hoch.

Siemens installierte das Gebäudemangementsystem Desigo für die Regelung von Heizung, Klimaanlage, Lüftung und Beleuchtung. Desigo umfasst alle Funktionsebenen von einer zentralen Leitstelle bis hin zur Steuerung einzelner Räume. Es greift auf rund 4000 Datenpunkte und 21 Unterzentralen im Gebäude zu. Dazu kommen Netzwerk-Videokameras für die Gebäudesicherheit, umfassende Brandschutzanlagen inklusive Rauchabsaugungen für die Rechnerschränke und modernste Evakuierungssysteme, die den Menschen über Sprachansagen den Weg nach draussen weisen. Die Gebäudesteuerung und die Brandschutzfunktionen werden über eine Zentrale bedient, die Desigo-Leitstelle. Die Netzwerkinfrastruktur ist für alle Gewerke hochredundant ausgelegt. Vor allem die zentrale Leitebene ist durch einen zweiten, voll funktionsfähigen Server abgesichert.
 
Besonders wichtig für die Betreiber des Rechenzentrums war, dass Siemens eine Komplettlösung anbot und vor Ort über eigene Servicetechniker verfügt. So wurden die betrieblichen Einschränkungen bei der Umsetzung des Projektes auf ein Minimum reduziert.